Zwei kleine Seelen sagen Tschüss

Ein Tier zu verlieren, das uns jahrelang durch Höhen und Tiefen des Lebens begleitet, getröstet und gefordert hat, ist immer schwer. Meine letzte Hündin war über 15 Jahre alt und ich wusste, dass der Abschied von ihr nicht in weiter Ferne lag.

Als Tequi dann tatsächlich gestorben war, folgte eine entsetzliche Leere. Viele Tränen sind geflossen, nicht nur bei mir.

Mein kleiner Enkel kannte Tequi seit seiner Geburt. Wir besuchten ihn und meine Tochter regelmäßig. Einer seiner Stoffhunde hieß auch Tequi und hatte das gleiche Halsband. Mein Enkel war zweieinhalb Jahre alt, als Tequi starb. Seine Mama erklärte ihm, dass Tequi gestorben ist und jetzt nicht mehr zu Besuch kommen würde. Er wollte wissen warum nicht mehr, aber trotz vermeintlich kindgerechter Erklärung, hatte er es offensichtlich noch nicht richtig verstanden. Als ich wieder zu Besuch kam, wartete er schon auf dem Arm seiner Mutter auf mich. Ich stieg aus – ohne Hund. „Aber Oma du musst doch noch die Tequi rausholen.“ „Mein Schatz, Tequi ist doch gestorben. Sie ist jetzt nicht mehr da.“ Meine Tochter erinnerte ihn nochmal kurz, was sie ihm zu Tequis Tod gesagt hatte“. Da hat er es erst begriffen und bitterlich in die Schulter seiner Mutter geweint – und wir mit ihm.

Später fragte er: „Aber Oma, wo ist denn die Tequi jetzt?“ „Das weiß ich auch nicht so genau. Ich denke sie ist im Hundehimmel.“ „Aber Oma… bekommt sie da auch etwas zu fressen? Und spielt da jemand auch mit ihr?“ Ich war selbst emotional noch so gefangen, dass mir in dem Moment keine pädagogisch sinnvollen Antworten einfielen. „Ich denke, dass es ihr dort sehr gut geht. Du weißt doch dass Tequi Schmerzen hatte und nicht mehr gut laufen konnte. Jetzt hat sie keine Schmerzen mehr.“ „Aber Oma, dann kann sie doch wieder zurückkommen.“ Er hatte Tränen in den Augen und ich auch. „Weißt du aus dem Hundehimmel kann ein Hund nicht zurückkehren und ich glaube er will das auch nicht mehr, weil es ihm da ganz gut geht.“

Als er mich das nächste Mal bei mir zu Hause besuchte, war er schon darauf vorbereitet, dass Tequi nicht mehr da ist. Er hatte den Umstand mittlerweile verstanden. Wir saßen auf meinem gemütlichen schwarzen Sessel und beobachteten die Vögel am Vogelhäuschen.

„Oma, Vögel können doch fliegen.“ „Ja.“ „Können die auch ganz hoch in den Himmel fliegen?“ „Manche schon.“ „Wir können nicht fliegen, nur mit dem Flugzeug. „Genau.“ „Aber Oma, dann können wir doch mit einem Flugzeug in den Hundehimmel fliegen und Tequi besuchen.“ „ Das wäre schön, aber der Hundehimmel ist ein ganz besonderer Himmel, da kann man nicht hinfliegen.“ „Und die Vögel, die so ganz hochfliegen können?“ „Das weiß ich nicht so genau. Ich glaube, dass dieser Himmel nur für alle Tiere ist, die gestorben sind.“

Damit hat er sich zuerst Mal zufrieden gegeben. Wir haben Bilder von ihm und Tequi angesehen und im Laufe der Zeit hat er nicht mehr so mit ihrem Tod gehadert.

Er hat Tequi nicht vergessen, aber sie ist nicht mehr so bedeutsam für ihn, wie damals.