Vorlesen leicht gemacht – Tipps für den Alltag

Oma Gela Ratgeber

Vorlesen leicht gemacht – Tipps für den Alltag

Oft sind es nur kleine Dinge, die den Unterschied machen. Mit Ruhe, Vorbereitung und Freude wird Vorlesen zu einem besonderen Moment für Kinder.

„Ich kann einfach nicht gut vorlesen.“

„Die Kinder hören mir gar nicht richtig zu.“

Solche Sätze höre ich immer wieder von Eltern und Erziehern. Dabei kann gutes Vorlesen Schritt für Schritt wachsen.

Der richtige Rahmen

Achten Sie auf eine angenehme Atmosphäre.

Jedes Kind sollte einen Platz haben, an dem es sich wohlfühlt.

Wählen Sie als Vorleser/in einen Platz, von dem aus Sie alle Kinder sehen können.

Bevor Sie beginnen, nehmen Sie Blickkontakt mit jedem Kind auf. Achten Sie darauf, den Blick freundlich, mit einem Lächeln und einem Zunicken zu erwidern. Das wirkt wie eine persönliche Einladung zum Zuhören.

Vor dem Vorlesen erst selbst zur Ruhe kommen

Kinder spüren sehr genau, wie es dem/der Vorleser/in geht.

Wer den hektischen Alltag noch in sich trägt, überträgt diese Unruhe oft unbewusst auf die Zuhörer.

Nehmen Sie sich deshalb einen Moment Zeit.

Atmen Sie einige Male tief ein und aus. Kommen Sie innerlich zur Ruhe. Bleiben Sie mit Ihren Gedanken bei und in der Geschichte.

Gute Vorbereitung hilft enorm

Wenn möglich, lesen Sie sich die Geschichte vorher einmal für sich allein durch.

Manche Texte enthalten lange und verschachtelte Sätze. Beim Vorlesen verliert man dabei leicht den Überblick.

Die Folge: Der Satz wird falsch betont oder sogar missverstanden. Das merken auch die Zuhörer. Die verlieren dann den Faden und oft auch die Lust am Zuhören.

Hilfreich ist es, schwierige Sätze vorher zu erkennen und gedanklich in kleinere Abschnitte zu gliedern. So können Sie die Aussage des Satzes klar und verständlich vermitteln.

Überlegen Sie außerdem:

  • Welche Wörter könnten unbekannt sein?
  • Welche Handlungen müssen erklärt werden?
  • Wie kann ich schwierige Begriffe kindgerecht ausdrücken?

Beziehen Sie die Kinder in die Auswahl der Geschichte mit ein.

Als Angebot kann man auch abwechseln: einmal wählt der/die Vorleser/in aus, einmal das Kind.

Und bedenken Sie: Kinder lieben Wiederholungen, auch wenn wir Erwachsene die Geschichte nicht mehr hören können.

Mit der Stimme erzählen

Eine monotone Stimme wirkt schnell langweilig.

Lesen Sie deshalb nicht nur die Worte, sondern auch die Stimmung der Geschichte.

Freut sich eine Figur, darf man das hören. Ist sie traurig, sollte auch die Stimme ruhiger oder leiser werden.

Wörter können ihre Bedeutung durch die Betonung erhalten. Wenn jemand „schnell“ läuft, darf das Wort „schnell“ auch schnell gesprochen werden.

So wird die Geschichte lebendig.

Figuren eine eigene Stimme geben

Unterschiedliche Stimmen für verschiedene Figuren sind nicht immer leicht umzusetzen.

Wenn es gelingt, macht es die Geschichte jedoch besonders lebendig.

Wichtig ist dabei die Wiedererkennbarkeit. Eine Figur sollte im Verlauf der Geschichte immer dieselbe Stimme behalten.

So können die Kinder den Figuren und der Geschichte leichter folgen.

Fazit

Gutes Vorlesen ist keine Frage von Talent.

Wichtiger sind Ruhe, Vorbereitung und Freude an der Geschichte.

Schon kleine Veränderungen können dazu beitragen, dass Kinder aufmerksam zuhören und Geschichten mit Begeisterung erleben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldungen.

Ihre Oma Gela